Demokratisierung durch Entprivatisierung? Eine qualitative Untersuchung der Öffentlichkeit(en) eines ostdeutschen Arbeitskampfs
Jonas Ochsmann & Johannes Kiess
What the paper says
Öffentlichkeit spielt jenseits des Framing- und des Machtressourcenansatzes in der Erforschung industrieller Beziehungen kaum eine Rolle. Ein neuerer Diskursstrang plädiert allerdings für eine genauere Analyse der Wechselwirkung von Arbeitswelt und Öffentlichkeit. Vor dem Hintergrund des Repräsentationsverlusts von klassenpolitischen Anliegen in der Gegenwart gehen wir der These nach, dass gewerkschaftliche Bewegungen einen Kampf um Öffentlichkeit austragen. Auf Basis einer Fallstudie eines Arbeitskampfs in einem sächsischen Niedriglohnbetrieb können wir zeigen, dass dadurch Demokratisierungseffekte innerhalb des Betriebs, innerhalb der Gewerkschaft und innerhalb der medialen Debatte provoziert werden können. Denn in der Praxis des Veröffentlichens werden arbeitsweltliche Konflikte entprivatisiert und damit einer allgemeinen Aushandlung zugänglich gemacht. Dies spiegelt sich in der Einschränkung privater Herrschaft im Betrieb, in der kollektiven Meinungsbildung innerhalb der Streikversammlung und in interessenspolitischen Artikulationen in den Medien wider. In unserer Fallstudie gerät diese Veröffentlichung allerdings bei der Übertragung in die breitere politische Öffentlichkeit an Grenzen.
Evidence weight
Balanced mode · F 0.40 / M 0.15 / V 0.05 / R 0.40
| F · citation impact | 0.00 × 0.4 = 0.00 |
| M · momentum | 0.50 × 0.15 = 0.07 |
| V · venue signal | 0.50 × 0.05 = 0.03 |
| R · text relevance † | 0.50 × 0.4 = 0.20 |
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